Selbstgebackene Brötchen sind in Dänemark tatsächlich etwas Besonderes, da die dänische Backkultur zwar fantastisches Plundergebäck (Wienerbrød) und dunkles Rugbrød hat, aber die klassische deutsche „Schrippe“ oder das „Schnittbrötchen“ mit dieser spezifischen splittrigen Kruste und dem wattigen Inneren dort eher selten zu finden ist.
Das Besondere am „deutschen“ Brötchen in Dänemark: In Dänemark sind Brötchen (Boller) oft weicher, reichhaltiger (häufig mit Butter oder Milch im Teig) und gehen eher in die Richtung Brioche oder weiches Tafelbrötchen. Das Rezept setzt auf eine lange, kalte Gare. Genau das ist das Geheimnis: Durch die 10 Stunden im Kühlschrank entwickeln sich Aromen, die man bei einer schnellen Gärung nie erreichen würde. Und außerdem sorgt es auch für eine knusprige Kruste. Für jemanden, der in Dänemark lebt, ist das ein echtes Stück Heimat aus dem eigenen Ofen.
Zutaten
- 400 g Mehl (Weizen Type 550 oder Dinkel Type 630)
- 10 g Salz
- 5 g Zucker
- 5 g frische Hefe
- ca. 250–280 ml Wasser (lauwarm)
- Zubereitung
- 1. Teig herstellen:
- Alle Zutaten in eine Rührschüssel geben. Den Teig mit der Maschine zuerst 4 Minuten auf langsamer Stufe mischen und danach 4 Minuten auf schneller Stufe kräftig auskneten.
- 2. Portionieren & Formen:
- Den Teig in Stücke zu je ca. 90 g abwiegen. Die Teiglinge rund oder oval formen und auf ein Backblech legen.
- 3. Kalte Gare (Der wichtigste Schritt):
- Das Blech abdecken (damit der Teig nicht austrocknet) und für 10 Stunden in den Kühlschrank stellen. In dieser Zeit entwickelt der Teig seine Struktur und den Geschmack.
- 4. Backen:
- Den Ofen auf 240 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Brötchen direkt aus dem Kühlschrank in den heißen Ofen schieben und für ca. 15 Minuten backen.
Damit die Brötchen im Ofen richtig schön aufgehen und glänzen, stell beim Vorheizen eine kleine feuerfeste Schale mit Wasser auf den Boden des Ofens. Das erzeugt Dampf (Schwaden), genau wie in der Profi-Backstube.
Mein Profi-Tipp zum Einfrieren und Aufbacken:
- Portionsweise einfrieren: Sobald die Brötchen nach dem Backen komplett ausgekühlt sind, direkt in Gefrierbeutel packen. So bleibt die Feuchtigkeit im Inneren erhalten.
- Schonendes Auftauen: Über Nacht bei Zimmertemperatur auftauen lassen sorgt dafür, dass die Krume (das Innere) wieder schön elastisch wird.
- Das Finish auf dem Flachtoaster: Das kurze Erhitzen auf dem Toaster simuliert den „Frisch-aus-dem-Ofen“-Effekt. Die Kruste wird wieder kross, ohne dass das Brötchen im Kern austrocknet, was beim kompletten Aufbacken im großen Ofen oft passiert.
Wenn du die Brötchen vor dem Backen mit ein wenig Wasser bestreichst und in Mohn (Birkes) oder Sesam drückst, hast du die perfekte Brücke zwischen der deutschen Knackigkeit und dem dänischen Look geschlagen.