Manchmal braucht das Schicksal nur einen ordentlichen Schubs oder in unserem Fall eine kräftige Böe von Sturm Dave. Als wir am Ostermontag sahen, was Dave von unserem geliebten Gewächshaus übrig gelassen hatte, war klar: Ein simpler Ersatz reicht nicht mehr.
Wenn schon, denn schon! Aus „wir brauchen ein neues Glasdach für die Tomaten“ wurde innerhalb von Minuten: „Eigentlich wäre ein Wintergarten doch viel schöner, oder?“
Also fuhren am Montag kurzentschlossen ab nach Aalborg. Wer uns kennt, weiß: Große Anschaffungen in Aalborg folgen einem heiligen, fast schon rituellen Ablauf:
Die IKEA-Spar-Strategie (Ein psychologisches Phänomen)
Es ist jedes Mal das Gleiche. Wir sind bereit, mit beiden Händen das Geld für ein wunderschönes, neues Projekt aus dem Fenster zu werfen, aber beim Mittagessen mutieren wir zu den absoluten Sparfüchsen. Unsere eiserne Regel: Wer tausende Euro für Glasfronten und Fundamente ausgibt, muss beim Mittagessen bei IKEA sparen. Es ist völlig lächerlich, ich weiß.
Aber es hat Tradition! Und ich muss gestehen: Man gewöhnt sich nicht nur an das IKEA-Essen, man fängt irgendwann an, es richtig zu genießen. Dieses Mal gab es den Klassiker: Köttbullar. Fleischbällchen, Erbsen, Kartoffelbrei und diese Preiselbeeren, die einfach dazugehören.
Und selbstverständlich ein Stücklein Daimtorte. (Tradition seit ich mit Judith zum ersten Mal im IKEA war, da war es aber noch Mandeltorte, denn Daim war noch nicht erfunden)
Das letzte Mal hatten wir übrigens die Fleischklöße 2022 beim „großen Schweden“ auf unserer Rundreise durch Schweden. Und was soll ich sagen? In Dänemark haben sie mir dieses Mal fast besser geschmeckt.
(Verrat? Vielleicht. Aber lecker!)
Normalerweise ist es ja so: Man geht zu IKEA, um „kurz“ zu essen und kommt mit drei Duftkerzen, einem neuen Set Bettwäsche und zwei Stehlampen wieder heraus, die man eigentlich gar nicht wollte.
Dieses Mal war ich jedoch selbst erschrocken: 28 Euro.
Das war’s. Ich habe die Quittung zweimal angeschaut.
Vielleicht liegt es daran, dass der Schatten des geplanten Wintergartens finanziell schon so groß war, dass kein Platz mehr für Spontankäufe im Kleinteile-Lager war.
Ein Rekord für die Ewigkeit!
Nach der Stärkung ging es dann zum eigentlichen Ziel: der Fachfirma für Wintergärten. Dort gab es nicht nur eine richtig gute Beratung, sondern auch einen exzellenten Cappuccino.
(Man merkt den Qualitätsunterschied zum IKEA-Kaffee dann doch, aber pssssssst!)
Seitdem wir wieder zu Hause sind, wird bei uns im Haus intensiv beraten. Mein Mann und ich wägen ab, planen und diskutieren nun schon den zweiten Tag in Folge. Aber ich kenne mich und er kennt mich zum Glück auch.
In meinem Kopf sitze ich schon längst im neuen Wintergarten.
Das Ziel steht fest: Spätestens im nächsten Herbst werde ich dort sitzen, die tiefstehende Sonne genießen und Dave (dem Sturm) fast ein bisschen dankbar sein, dass er den Weg für diesen neuen Lieblingsplatz freigemacht hat.