Alle Beiträge Was vermisst man als Auswanderer eigentlich am meisten? 28. November 2025
Naja, auf jeden Fall erstmal die Familie und die Freunde, die man in der alten Heimat zurückgelassen hat. Diese Sehnsucht bleibt – egal, wie gut man sich im neuen Land einlebt. Sprache, heimischer Dialekt, Entfernung und das Gefühl, nicht einfach mal spontan vorbeikommen zu können - das ist mitunter hart.
Am Anfang ist es natürlich auch so, dass man viele Lebensmittel vermisst, die man gewohnt ist. Mir ging das genauso: deutsche Bratwurst, Sauerkraut von dieser bekannten Marke in der gelben Dose, Schwartenmagen, Pfälzer Kartoffeln und vieles mehr … Man möchte einfach das Gewohnte auf dem Teller haben.
Aber irgendwann gewöhnt man sich daran, und es ist eigentlich gar nicht mehr so schlimm, dass man’s nicht hat. Okay, Pfälzer Kartoffeln – das bleibt natürlich so ein Ding … als Pfälzerin.
Aber worauf ich eigentlich hinaus will: Was wirklich das aller-, allerschlimmste war was ich vermisst habe, das war das Brot. Das deutsche Brot.
Das war das, was am meisten gefehlt hat. Ich habe über ein Jahr lang am perfekten Brot getüftelt. Gebacken, weggeworfen, wieder gebacken, Gärkörbe gekauft und wirklich alles Mögliche probiert.
Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und habe gedacht: Ich schaffe es. Ich gewöhne mich ans dänische Brot. Dann habe ich eine Weile nur Toastbrot gegessen. Schrecklich. Bei Besuchen in Deutschland habe ich zum Teil acht Kilo Brot nach Hause geschleppt, portioniert und eingefroren. Ganz schön nervig, das Ganze.
Und dann – endlich – habe ich das perfekte Rezept für mich gefunden. Einzig die Kruste war mir immer noch ein bisschen zu kräftig. Also habe ich mir nun eine Brotbackform aus Gusseisen gegönnt. Und ich muss sagen: Jetzt ist es wirklich perfekt.
Ich habe gerade das Frühstück beendet und tatsächlich drei schöne Scheiben davon gegessen – mit leckerer dänischer Salzbutter und wunderbarem dänischen Heidehonig.
Und während ich so meine letzte Honig-Butterstulle verputzt habe, dachte ich:
Man gewöhnt sich an so vieles. An das neue Leben, an neue Gewohnheiten, neue Lieblingsorte. Aber manche Dinge bleiben einfach ein Stück Heimat. Und wenn’s nur ein gutes Brot ist.