Ein Tourguide auf Sommerfrische: Mein Insider-Tipp für die „Nase“ Dänemarks Eigentlich bin ich ja diejenige, die euch hier im Norden alles zeigt. Durch meinen Beruf als Tourguide kenne ich zwischen den gelben Häusern von Skagen, dem Hafen von Strandby und der Idylle von Sæby wirklich jeden Stein und jede Geschichte. Hier bin ich zu Hause, hier arbeite ich und hier schlägt mein Herz für die Geschichte unserer Küste. Doch einmal im Jahr, immer im August, verlasse ich mein Revier und fahre Richtung Süden auf die Halbinsel Djursland.
Dieser Ausflug ist für mich eine Herzensangelegenheit: Ich besuche meine dänische Lehrerin. Sie stammt ursprünglich aus Randers und ist vor über 40 Jahren der Liebe wegen nach Deutschland gezogen. Dort hat sie mich jahrelang unterrichtet und mich auf mein Leben in Dänemark vorbereitet, lange bevor ich selbst den Schritt gewagt habe, hierher zu ziehen. Wenn sie nun im August in ihrer alten Heimat die „Sommerfrische“ in ihrem Sommerhaus genießt, ist das für mich der perfekte Anlass für einen Gegenbesuch.
Durch diese jährlichen Besuche konnte ich mich intensiv mit den Gegebenheiten dort auseinandersetzen. Hier sind meine ausführlichen Insider-Tipps für euch: Ebeltoft – Fachwerk, Glas und Meeresriesen Ebeltoft ist im August wie ein lebendiges Museum. Die schmalen Gassen mit dem groben Kopfsteinpflaster und den blühenden Stockrosen haben einen ganz eigenen Zauber.
- Det Gamle Rådhus: Das wohl kleinste Rathaus der Welt. Ein Foto vor diesem schiefen Fachwerkbau ist Pflicht.
- Fregatten Jylland: Das längste Holzschiff der Welt liegt hier im Hafen. Man kann tief in den Rumpf hinabsteigen und hautnah erleben, wie die Seeleute vor über 150 Jahren dort lebten und arbeiteten.
- Glaskunst: Ebeltoft ist weltberühmt für sein Glasmuseum. Ihr könnt den Glasbläsern bei der Arbeit zuschauen – ein faszinierendes Handwerk, das mich immer wieder begeistert.
- Kulinarik am Hafen: Für den kleinen Hunger empfehle ich die Røgeriet Ebeltoft für frisch geräucherten Fisch direkt auf die Hand. Wer es gemütlicher mag: In Karens Køkken gibt es fantastische, bodenständige Fischplatten mit Blick auf die Werft.
- Grenaa – Wo die Haie wohnen und der Sand am feinsten ist
- Kattegatcentret: Ein absolutes Highlight. Im Glastunnel schwimmen Haie und Rochen direkt über euren Köpfen hinweg. Es gibt dort auch Pinguine und man lernt unglaublich viel über das Ökosystem der Meere, die uns umgeben.
- Grenaa Strand: Er gilt als einer der besten Badestrände Dänemarks. Der Sand ist unglaublich fein und das Wasser der Ostsee hier meist etwas milder als bei uns im hohen Norden.
- Wilde Erlebnisse und weite Ausblicke
- Djursland bietet eine unglaubliche Dichte an Erlebnissen, die man wunderbar an einem Tag verbinden kann:
- Ree Park Safari & Skandinavisk Dyrepark: Hier erlebt man Tiere in riesigen Naturgehegen. Besonders die Bären und Wölfe im Skandinavisk Dyrepark sind beeindruckend.
- Nationalpark Mols Bjerge: Die hügelige Landschaft ist ein toller Kontrast zu meinem flachen Norden. Fahrt zum Sletterhage Fyr. Der Leuchtturm liegt an einer Stelle, wo das Wasser extrem tief ist. Man kann dort die riesigen Schiffe ganz nah vorbeiziehen sehen – ein Ort mit einer unglaublichen Ruhe.
- Kalø Slotsruin: Eine Wanderung über den 700 Jahre alten Damm zu dieser majestätischen Burgruine im Wasser ist besonders im Abendlicht pure Magie.
- Ein Abstecher in die Heimat meiner Lehrerin: Randers
- Da meine Lehrerin aus Randers stammt, gehört ein Besuch in dieser Gegend einfach dazu:
- Hvidsten Kro: Dieses historische Gasthaus ist eine Legende. Ihr müsst dort die traditionelle „Æggekage“ probieren – ein opulentes Omelett mit Speck und Tomaten, das dort seit Generationen serviert wird.
- Gammel Estrup: Ein prächtiges Renaissanceschloss, das heute das dänische Landwirtschaftsmuseum beherbergt. Hier bekommt man einen tollen Einblick in das Leben der Adligen und der Dienstboten in vergangenen Jahrhunderten.
- Dieser jährliche Ausflug ist für mich eine wunderbare Art, danke zu sagen – an die Frau, die mir die Sprache beigebracht hat, die ich heute in meiner Wahlheimat täglich spreche. Auch wenn es mich danach immer wieder schnell zurück nach Skagen und Sæby zieht, hat Djursland im August einen ganz eigenen Charme