Warum ich diesen Blog schreibe
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Alltagsleben

Warum ich diesen Blog schreibe

Reflektionen über das erste intensive Jahr in Dänemark: Herausforderungen im Saisonjob, gesundheitliche Hürden und die Freude über neu gewonnene Gemeinschaft.

Warum ich diesen Blog schreibe 30. August 2025

Wir haben heute herrlich lange geschlafen! Was für eine Wohltat das war. Die letzten Wochen waren ziemlich turbulent, auch bedingt durch diesen hartnäckigen Virus, den ich mir eingefangen habe und der immer mal wieder in mir herumwütet und mir tatsächlich auch richtig beschwerliche Tage beschert. Vor allem auch in Verbindung mit der Arbeit.

Die Arbeitszeiten sind niemals gleich, und es ist keine feste Schicht, die wir machen, sodass man sich an irgendetwas gewöhnen könnte. Die Arbeitszeiten richten sich nach den Anläufen der verschiedenen Schiffe und können morgens um sieben beginnen, aber auch erst am späten Nachmittag. Man weiß es einfach nicht vorher. Das bringt durchaus seine Herausforderungen mit sich!

Dazu kommt, dass man mittlerweile auch bei den Gästen von den Schiffen immer ein wenig wachsam wird, wenn sie husten oder wenn die Escorts ständig dabei sind, ihnen die Hände zu desinfizieren. Mittlerweile hat man ja gelernt, dass viele dieser Schiffsreisen irgendwelche Viren oder Erkrankungen mit sich bringen, und natürlich würden diese Reisenden ihre lang ersehnte Fahrt niemals absagen – sie haben sich viel zu lange darauf gefreut!

Für uns ist es natürlich eine echte Herausforderung, nicht nur für uns, auch für deren Mitreisende, denn man läuft wirklich immer Gefahr, sich irgendetwas einzufangen. Ich hoffe nur, dass es mir geht wie einer Erzieherin im Kindergarten – irgendwann ist man immun gegen die ganzen Bazillen und Viren, die da in der Luft schwirren!

Natürlich muss man früher da sein, und bei den frühen Schichten heißt das für mich, um 4:30 Uhr oder fünf aufzustehen, weil ich einfach eine gewisse Zeit morgens mit mir selbst brauche, bevor ich wegfahren kann. Ich schaffe es einfach nicht mehr, aus dem Bett zu springen, in die Kleider zu schlüpfen und loszufahren. Ich brauche mindestens eineinhalb Stunden Vorlauf. Und dann habe ich noch gute 40 Minuten Anfahrt, wenn alles reibungslos läuft.

Die Saison läuft jetzt schon eine ganze Weile. Und wenn man dazu noch die aufregende Zeit der Ausbildung rechnet und die Zeit, in der ich noch die Sprachschule besucht habe und dort meine Modultests absolvieren musste – es war ein wirklich intensives Jahr und es ist noch nicht zu Ende. Man ist schon ziemlich erschöpft. Interessanterweise brauche ich mittlerweile unglaublich viel Schlaf. Immer dann, wenn ich nicht arbeiten muss, schaffe ich es tatsächlich, zwischen acht und zehn Stunden zu schlafen. Und ich genieße es wirklich.

Wir gehen manchmal schon abends um neun zu Bett und sind völlig geschafft. Da Michael nun auch spannende neue Aufgaben vor sich hat, ist es auch für ihn wichtig, dass wir uns jetzt noch ausruhen. Er hat ab sofort die wunderbare Stelle als Vikar – was für eine aufregende Entwicklung! Das bedeutet, dass er nun flexibler Springer ist und in allen drei Kirchen die Orgel spielen muss, wenn es notwendig ist.

Er wird auch Anne ab und zu im Pflegeheim vertreten, dort hat sie donnerstags einen schönen Gottesdienst zu begleiten. Es wird jetzt richtig spannend werden! Und er ist ja auch noch einmal in der Woche in der Tagesschule tätig. Mal sehen, wie wir das alles unter einen Hut bringen können.

Ich freue mich darauf, mich über Winter wirklich ein bisschen zurückzunehmen und zu regenerieren.

Was besonders wunderschön war in dieser Woche: Die Chorproben haben wieder angefangen! Was war das für ein herzliches, jubelndes Hallo, als wir uns alle wieder getroffen haben! Ich habe dann auch richtig gespürt, wie warmherzig ich in dieser liebevollen Gemeinschaft angenommen bin. Die herzlichen Umarmungen und die strahlende Freude, die ich bei manchen gespürt habe, dass wir uns wieder sehen – das war richtig berührend und aufbauend.

Ich hatte ja an diesem Tag schon freudig beschlossen, dass ich am nächsten Tag die Haare abschneiden würde, und habe das auch begeistert kommuniziert. Ich habe mit Annette besprochen, dass ich dann auch bei ihr vorbeikommen würde wegen einer neuen Brille, die zu dieser drastischen Typveränderung von Haaren, die fast bis zum Hintern reichten, zur Kurzhaarfrisur passt.

Sie hat sich richtig gefreut, dass ich gerade zu ihr kommen würde! Wir haben das auch direkt am nächsten Tag gemacht, und sie war völlig begeistert von meinen neuen Haaren. Ich bin es übrigens auch! Und nicht nur ich – auch mein lieber Ehemann findet mich bezaubernd mit der neuen Frisur.

Die kurzen Haare haben mir gerade wieder einen wunderbaren Auftrieb gegeben! Ich hatte irgendwie einen Durchhänger gehabt, und mit dieser frischen neuen Frisur hat es mich doch ordentlich nach oben gepusht. Hoffentlich hält diese schöne, positive Energie noch eine ganze Weile an.

Hier ist wirklich ordentlich was los. Und ja, es ist nicht immer eitel Sonnenschein. Es ist manchmal durchaus herausfordernd, und oft steht man da und muss kreativ werden. Aber das gehört wohl zum Abenteuer dazu.

Es fehlen noch die gewachsenen Verbindungen. Es fehlt der vertraute Freund, der einen schon lange kennt und bei dem man einfach mal entspannt sein kann. Sich selbst sein und ausruhen. Das ist hier noch eine kleine Herausforderung nach dieser kurzen Zeit.

Alles das, was man gerne ausdrücken möchte, kann man noch nicht so fließend auf Dänisch sagen. Das ist schon mühsam. Man muss, um solche tieferen Gespräche zu führen, tatsächlich zunächst den Übersetzer bemühen und dann überlegen, wie man das, was man gerade übersetzt hat, später vielleicht einem Freund hier mitteilen kann. Aber bis man das alles gemacht hat, hat man wirklich schon gar keine Lust mehr dazu.

Das ist dann der Punkt, an dem einem einfach zu viel wird.

Ja, ich kann mit meiner lieben Freundin und Kollegin Danni vieles besprechen, aber jeder von uns hat auch sein eigenes Leben, und man kann nicht jedem ständig das Herz ausschütten. Und außerdem will man nicht ständig sein Inneres nach außen tragen.

Der Sommer in Dänemark unterscheidet sich interessant von dem, was ich als Sommer in Deutschland kenne. Hier werden die Aktivitäten, die man das ganze Jahr über hat, komplett heruntergefahren, und jeder genießt die kostbare Sommerzeit vor allem mit der Familie und den Freunden. Manche reisen natürlich auch in herrlich ferne Länder.

Das hätte ich auch gerne gemacht, aber durch den aufregenden Saisonjob ist das natürlich nicht möglich. Und Familie haben wir hier natürlich auch noch nicht aufgebaut.

Wir hatten durchaus schöne, wertvolle Zeiten mit unseren lieben Freunden hier. Aber vor allen Dingen hatten wir dieses Jahr auch einen Sommer, der voller intensiver Arbeit war. Und gerade in der Zeit, wo es am schönsten hätte sein können, hat mich dieser hartnäckige Virus geplagt und ziemlich aus der Bahn geworfen.

Dadurch, dass ich dann plötzlich nicht mehr richtig funktioniert habe, habe ich eine ungewohnte Angst entwickelt, die sich mir in den Weg gestellt hat, als ich wieder auf dem Weg der Besserung war. Ich hatte plötzlich Angst, nicht einzuschlafen, und auch Angst, nicht rechtzeitig aufzuwachen. Das hatte zur Folge, dass ich dann wirklich nicht mehr richtig geschlafen habe. Ich war auch gar nicht wirklich müde.

Ich war einfach wach, aber es war ein seltsames Wachsein. Es war ein Wachsein bei völliger Erschöpfung ohne Müdigkeit. Ich kann es eigentlich nicht richtig beschreiben. Und das hat sich wirklich belastend auf die Psyche gelegt.

Ich weiß, ich bin aus dieser Sache noch nicht vollständig draußen, und ich hoffe zuversichtlich, dass ich nach der Saison wieder vollständig auf die Füße komme. Auf jeden Fall werde ich nicht mehr so wie ein paarmal geschehen ohne eine Minute Schlaf zur Arbeit fahren, meine Arbeit machen und dann wieder nach Hause fahren. Das waren Aktionen, die waren unmöglich. Aber ich habe sie irgendwie gemeistert.

Jetzt habe ich ganz schön viel von Dingen erzählt, die ich eigentlich gar nicht so ausführlich erzählen wollte. Eigentlich wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus.

Also noch mal zurück auf Anfang: Während ich heute Morgen mit Michael in der wunderbar warmen Sonne beim gemütlichen Frühstück saß, bekam ich eine herrliche Nachricht. Die Nachricht war von der lieben Karin S.

Ich habe von ihr schon viel zu lange keine Nachricht mehr erhalten und habe mich unglaublich gefreut! Ich wurde schon oft gefragt, warum ich diesen Blog schreibe. Und nun weiß ich ganz genau, warum ich ihn mit so viel Freude schreibe. Ich schreibe ihn für wunderbare Menschen wie Karin S. Damit wir miteinander verbunden bleiben. Damit wir weiterhin in herzlichem Kontakt bleiben, trotz dieser großen, räumlichen Distanz. Damit wir uns niemals aus den Augen verlieren.

Liebe Karin, ich habe mich so sehr über deine herzlichen, warmen Zeilen gefreut! Es hat mir richtig gut getan und das Herz erwärmt, von dir zu hören.

Ich wünsche dir alles erdenklich Liebe und Gute und hoffe von ganzem Herzen, dass wir (natürlich auch die kleine ;-)L.) uns eines wunderschönen Tages wieder in die Arme schließen können!

Mit dieser frischen neuen Frisur hat es mich doch ordentlich nach oben gepusht.

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Christine Rentschler Skagen Tourguide · Autorin · Abenteurerin

Ich schreibe von meinem neuen Leben am nördlichsten Zipfel Dänemarks.