Autokauf oder Import? Das Märchen von der dänischen Luxussteuer Ganz oft hört man, dass es in Dänemark eine Luxussteuer gibt. Gemeint ist dann immer die Einfuhrsteuer für Fahrzeuge nach Dänemark, sofern man dort leben möchte. Um es gleich vorwegzunehmen: Eine Luxussteuer gibt es hier gar nicht.
Es ist auch Unsinn, dass dieses Geld direkt in die Modernisierung der Straßen fließt. Das Geld landet, wie fast alle Steuern, schlicht und ergreifend im großen Staatstopf. Aber natürlich ist es interessant zu wissen, was „des Deutschen liebstes Stück“ kostet, wenn man es nach Dänemark überführt. Ich habe zum Beispiel im Jahr 2019 einen neuen Fiat 500 Cabrio gekauft.
Schön in himmelblau – mein „Mister Blue Sky“. Baujahr war 2018. Wir haben uns damals gefragt: Nehmen wir ihn mit oder nicht? Ich wollte ihn unbedingt dabei haben.
Ich war der erste Halter, das Auto war unfallfrei und hatte nicht einmal eine Delle. In Deutschland hätte ich vielleicht noch 12.000 € dafür bekommen. In Dänemark hätte ich für dieses Geld aber niemals ein gleichwertiges Auto gefunden. Ich hätte ein gebrauchtes Fahrzeug mit unbekannter Vorgeschichte kaufen müssen.
Also war klar: „Mister Blue Sky“ kommt mit! Gekostet hat uns der Spaß am Ende 8.500 € an Steuern – direkt zu zahlen, bevor ich beim TÜV (Synshal) meine dänischen Nummernschilder bekommen habe. Was kostet der Import 2026? Die nackten Fakten Wer heute mit dem Gedanken spielt, sein Fahrzeug mitzunehmen, muss die sogenannte Registreringsafgift (Zulassungsabgabe) einplanen.
Diese wird nicht nach dem Kaufpreis berechnet, den ihr damals bezahlt habt, sondern nach dem aktuellen Marktwert in Dänemark. Die Sätze für 2026 sind gestaffelt und haben es in sich:
- 25 % für den Wertanteil bis ca. 76.400 DKK
- 85 % für den Wertanteil zwischen 76.400 DKK und 237.400 DKK
- 150 % für alles, was darüber hinausgeht.
- Zusätzlich gibt es seit kurzem einen CO2-Zuschlag. Je mehr das Auto ausstößt, desto teurer wird es. Für einen normalen Benziner oder Diesel kann das schnell ein paar tausend Kronen extra bedeuten.
- Motorräder, Campingwagen und Anhänger
- Nicht alles wird so heftig besteuert wie der klassische PKW:
- Motorräder: Hier gelten ähnliche Prozentsätze (25/85/150 %), aber die Schwellenwerte sind niedriger. Wer sein geliebtes Bike mitnimmt, zahlt oft im Verhältnis ähnlich viel wie beim Auto.
- Wohnmobile (Autocampere): Diese werden wie PKW besteuert, allerdings gibt es hier oft spezielle Mindeststeuersätze von ca. 45 %, sofern sie bestimmte Einrichtungskriterien erfüllen.
- Wohnwagen & Anhänger: Hier gibt es eine gute Nachricht! Für normale Wohnwagen und Anhänger fällt keine Registreringsafgift an. Man zahlt lediglich die Gebühren für die technische Untersuchung (Toldsyn) und die Nummernschilder.
- Elektroautos: Der letzte Rest vom Bonus?
- Wenn ihr ein E-Auto habt, ist 2026 ein Übergangsjahr. Lange Zeit waren E-Autos fast steuerfrei, aber die Abgaben werden nun schrittweise angehoben. Es gibt zwar immer noch einen großzügigen Freibetrag (ca. 161.300 DKK im Jahr 2026), aber der „Gratis-Import“ gehört der Vergangenheit an.
- Mein Rat an euch
- Rechnet es euch vorher genau aus! Es gibt auf der Seite von Motorstyrelsen (der dänischen Kfz-Behörde) Rechner, die eine ungefähre Schätzung geben.
- Überlegt euch:
- 1. Was ist mein Auto in Deutschland wert?
- 2. Was kostet ein vergleichbares Auto in Dänemark (schaut mal bei bilbasen.dk)?
- 3. Hänge ich emotional an dem Wagen und kenne ich seinen Zustand (wie ich bei meinem „Mister Blue Sky“)?
- Oft lohnt sich der Import gerade bei gepflegten Gebrauchtwagen, weil der dänische Gebrauchtwagenmarkt einfach wahnsinnig teuer ist. Aber stellt euch darauf ein: Ohne Moos nix dänisches Nummernschild!