Zwischen Hoffnung und Heimweh - Meine ersten Wochen in Dänemark 27. Februar 2024
Die Eingewöhnung in meiner neuen dänischen Heimat verläuft mit Höhen und Tiefen. Besonders die Dunkelheit macht mir mehr zu schaffen, als ich zunächst gedacht hätte. Es wird hier so früh dunkel... Merkwürdigerweise erscheinen die Nächte manchmal heller als in Deutschland, aber trotzdem vermisse ich das Tageslicht schmerzlich.
Der Winter zeigt sich hier von seiner härtesten Seite. Wir hatten sehr viel Schnee und es ist unfassbar kalt. Andererseits muss ich zugeben, dass das Haus eine viel ruhigere, gleichmäßigere Wärme hat, als ich es aus Deutschland kenne. Ein kleiner Trost in dieser dunklen Jahreszeit.
Die Spaziergänge mit Ebbi sind momentan mein Lichtblick. Ich bin froh, dass ich dadurch wenigstens ein bisschen rauskomme und frische Luft schnappen kann.
Doch zu allem Überfluss habe ich ein neues Problem: Mit meinem Ellenbogen, an dem ich mich verletzt habe, scheint irgendetwas nicht in Ordnung zu sein. Ich war zunächst bei meinem Hausarzt, der im Krankenhaus von Frederikshavn praktiziert. Ich hatte gehofft, dass alles unkompliziert ablaufen würde, aber weit gefehlt! Er überwies mich zum Röntgen, wofür ich ins 40 km entfernte Hjørring fahren musste. Nach der Untersuchung teilte man mir mit, dass nichts zu sehen sei und ich mich irren würde.
Doch am nächsten Morgen um 8:00 Uhr klingelte plötzlich das Telefon. Ein Arzt erklärte mir, dass es sehr wichtig wäre, noch einmal zu kommen - man wolle ein CT machen. Also doch etwas nicht in Ordnung! Dieses Mal hat mich Michael gefahren, denn die Fahrt mit nur einem funktionierenden Arm war beim ersten Mal schon ziemlich beschwerlich für mich gewesen.
Das CT lieferte offenbar beunruhigende Ergebnisse, denn man teilte mir mit, dass unbedingt ein MRT gemacht werden müsse. Ich würde eine Einladung dafür bekommen. Darauf warte ich nun.
In der Zwischenzeit habe ich mir selbst eine Schiene verordnet und den Ellenbogen getaped. Bei einem weiteren Besuch beim Hausarzt bat ich um etwas gegen die Entzündung und die Schmerzen. Zu meiner Überraschung meinte er, das, was ich selbst getan hätte, sei fachmännisch genug - da brauche es nichts mehr.
Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht über diesen lockeren Umgang mit meiner Verletzung. Das kenne ich aus Deutschland irgendwie anders. Im Moment bin ich nicht besonders zufrieden mit der Situation und fühle mich ein wenig traurig. Ja, manchmal fühle ich mich hier fürchterlich allein.
Aber ich versuche, positiv zu bleiben. Die MRT-Untersuchung wird hoffentlich Klarheit bringen, und mit jedem Tag wird es ein bisschen länger hell. Der Frühling kommt bestimmt auch nach Dänemark.