Zwischen Kunst, Krabbenburgern und dem Gefühl, dazuzugehören
21. Januar 2026
Gestern Abend bin ich mit einem warmen Gefühl nach Hause gegangen. So einem, das nicht übermächtig ist, sondern einem Gefühl, das bleibt. Und während ich später darüber nachdachte, wurde mir klar, warum mich dieser Neujahrsempfang in Skagen so berührt hat.
Manchmal gibt es eben diese Abende, die leise beginnen und lange nachklingen.
Unser Arbeitgeber, Toppen af Danmark, hatte zum Neujahrsempfang eingeladen. Der Ort hätte kaum fantastischer sein können: das Skagen Kunsthus in der Sct. Laurentiivej 31. Ein Haus, das man nicht einfach besucht, sondern erlebt. Zwischen den Wänden begegnet man Kunstwerken von Salvador Dalí, Pablo Picasso und natürlich den großen Meistern aus Skagen selbst: Peder Severin Krøyer und Michael Ancher. Kunstgeschichte und Heimatgeschichte, so ganz selbstverständlich nebeneinander.
Doch nicht nur die Kunst war ein Genuss.
Das Buffet war, wie so oft in Dänemark, ein kleines Fest für sich: feines Fingerfood, herrliche Krabbenburger, kunstvoll belegtes Smørrebrød, Lachsröllchen, pankopaniertes Hähnchen. Und natürlich: zu allem ein unglaublich leckerer Dip.
Schreibt man Dip mit Doppel-p? Oder nur mit einem?
Ich bin mir in dem Moment wirklich nicht sicher und habe gerade bemerkt, wie oft mir das inzwischen passiert. Deutsch und Dänisch vermischen sich, Wörter sehen plötzlich anders aus, fühlen sich fremd oder vertraut zugleich an. Ein kleines Stolpern in der Sprache ... aber irgendwie ist das auch ein Zeichen dafür, dass man angekommen ist.
Aber zurück zum Fest! Am schönsten jedoch war nicht die Kunst oder das Essen. Es war etwas ganz anderes: die Anwesenden.
Kolleginnen und Kollegen wiederzusehen, die man seit November, seit den Weihnachtsfeiern, kaum oder gar nicht mehr getroffen hatte. Sechs oder sieben Wochen sind eine lange Zeit. Man vermisst sich. Zwar sieht man den einen oder die andere beim Luciafest oder kurz an Weihnachten. Aber alle zusammen, auf einem großen Haufen, lachend, redend, verbunden: das war einfach wunderschön. Ich habe diesen Abend sehr bewusst genossen. Ich habe mich angenommen gefühlt. Ich habe gemerkt, wie wohl ich mich hier fühle in meiner neuen Heimat, in meinem Arbeitsumfeld, in diesem Leben im Norden.
Und dann war da noch dieser stille, fast unerwartete Moment des Glücks: Während der Reden wurde mir klar, wie viel mehr ich verstanden habe als noch vor einem Jahr. Nicht alles, nicht perfekt, aber so viel mehr. Und das fühlte sich an wie ein kleines persönliches Neujahrsgeschenk.
Es war ein Abend voller Kunst, Begegnungen, Genuss und dem tiefen Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.