Weltfrauentag: eine Erinnerung aus Florenz
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Weltfrauentag: eine Erinnerung aus Florenz

Eine Reise nach Florenz vor fünfzehn Jahren bleibt unvergesslich – nicht wegen der berühmten Kunstschätze, sondern wegen der gelben Mimosen zum Weltfrauentag.

Weltfrauentag: eine Erinnerung aus Florenz Heute ist Weltfrauentag. Und jedes Jahr denke ich an eine Reise, die inzwischen schon fünfzehn Jahre zurückliegt. Meine schönste Erinnerung an diesen Tag führt mich nach Florenz! Damals bin ich mit meiner Tochter für ein paar Tage mit dem Zug nach Italien gefahren.

In Deutschland war es noch grau und kühl gewesen. Doch je weiter der Zug nach Süden rollte, desto deutlicher konnte man aus dem Fenster sehen, wie der Frühling näherkam. Die Landschaft wurde heller, die Luft milder, und irgendwo zwischen Alpen und Toskana hatte man plötzlich das wunderbare Gefühl, in eine ganz andere Jahreszeit gefahren zu sein. Wir wohnten in einem alten Palazzo ganz in der Nähe der Uffizien.

Eine traumhafte Unterkunft! Nicht luxuriös, aber voller Atmosphäre: hohe Decken, alte Fenster und dieses ganz besondere italienische Licht. Von dort aus konnten wir überall zu Fuß hin, durch kleine Gassen, über Plätze voller Stimmen und Gelächter, hinauf zu den Aussichtspunkten oberhalb der Stadt, von denen aus man Florenz mit seinen roten Dächern und der großen Kuppel in seiner ganzen Pracht überblicken konnte. Wir hatten einen ausgezeichneten Reiseführer dabei, vollgepackt mit kleinen Insider-Tipps.

Dadurch fühlten wir uns schnell zuhause und konnten vieles entdecken, was man sonst leicht übersehen hätte. Zufällig fiel unsere Reise genau auf das Faschingswochenende. Am Dienstag, dem “fetten Dienstag”, gab es Umzüge in der Stadt, Musik und eine lebendige, ausgelassene Stimmung, die einen einfach mitreißt. Doch das Allerschönste war für mich der Tag danach: der Weltfrauentag.

In Italien ist es Tradition, dass Frauen an diesem Tag kleine Sträuße aus Mimosen geschenkt bekommen. Und überall leuchteten die gelben Blüten! Männer überreichten sie Frauen, Kinder ihren Müttern, Freundinnen einander. Die ganze Stadt schien in diesem warmen, strahlenden Gelb zu erstrahlen.

Meine Tochter schenkte mir damals auch ein kleines Sträußchen. Heute, fünfzehn Jahre später, ist es längst nicht mehr gelb. Die Blüten sind braun geworden und sehen eigentlich gar nicht mehr besonders hübsch aus. Aber sie stehen immer noch in ihrem kleinen Väschen, und jedes Mal, wenn ich sie anschaue, kehre ich innerlich nach Florenz zurück.

Während unseres Aufenthalts haben wir viel von der Stadt gesehen. Doch eine Sache wollten wir unbedingt finden: den großen Wochenmarkt. Ausgerüstet mit unserem Stadtplan aus Papier machten wir uns voller Elan auf die Suche. Und wir suchten lang.

Sehr lang. Tatsächlich sind wir ungefähr acht Kilometer durch die Gegend gelaufen, immer wieder im Kreis, durch Straßen, über Plätze, durch Viertel, in denen wir eigentlich gar nicht sein wollten. Aber schließlich haben wir ihn gefunden! Diesen wunderbaren Markt, der mittwochs in Florenz stattfindet.

Wir probierten uns begeistert durch die Stände, kosteten Käse, Brot, Oliven und andere Köstlichkeiten. Und dann passierte etwas herrlich Unüberlegtes. Wir kauften ein kleines Mimosenbäumchen. Erst danach wurde uns klar, was das bedeutete.

Zunächst mussten wir das Bäumchen quer durch Florenz bis zu unserem Hotel schleppen. Am nächsten Tag wieder zum Bahnhof. Und dann begann die große Heimreise: ungefähr tausend Kilometer mit dem Zug. Mehrmals mussten wir umsteigen.

In Deutschland herrschte ausgerechnet an diesem Tag Bahnstreik, sodass wir noch einmal mit sämtlichen Widrigkeiten konfrontiert wurden, die eine solche Reise mit sich bringen kann. Aber wir haben es geschafft! Wir haben dieses kleine Mimosenbäumchen tatsächlich nach Hause gebracht. Leider hat es nur ein paar Jahre überlebt.

Doch das kleine Sträußchen, das meine Tochter mir damals geschenkt hat, steht immer noch in seinem Väschen. Und jedes Jahr am Weltfrauentag erinnert es mich daran, wie schön diese Reise war, und wie besonders manche einfachen, kleinen Gesten sein können.​​​​​​​​​​​​​​​​

Jedes Jahr am Weltfrauentag erinnert es mich daran, wie schön diese Reise war, und wie besonders manche einfachen, kleinen Gesten sein können.

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Christine Rentschler Skagen Tourguide · Autorin · Abenteurerin

Ich schreibe von meinem neuen Leben am nördlichsten Zipfel Dänemarks.